Aussteigender Fahrgast haftet bei Unfällen nur zum Teil

Nürnberg (D-AH/js) – Bei einem Zusammenstoß mit einem aussteigenden Fahrgast trifft den Radfahrer der Großteil der Schuld. Denn er ist es, der den haltenden Bus vorsichtig umfahren muss. So entschied das Kammergericht Berlin (Az. 29 U 18/14).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, war eine Radfahrerin auf einem Radweg unterwegs, der an einer Bushaltestelle vorbeiführte. Dort kam es zu einem Zusammenstoß mit einem Mann, der aus dem Bus ausstieg. Dabei stürzte die Radfahrerin und verletzte sich an der Wirbelsäule. Infolgedessen musste sie operiert werden und konnte vier Monate nicht arbeiten. Sie verklagte den Mann und verlangte von ihm sowohl Schmerzensgeld als auch Schadensersatz. Denn er hätte schließlich unachtsam den Radweg betreten.

Das Kammergericht Berlin bestätigte zwar, dass der Mann sich beim Aussteigen hätte umsehen müssen, doch die Hauptschuld liege bei der Radfahrerin. “Sie hätte an einem haltenden Bus nur dann vorbeifahren dürfen, wenn die aussteigenden Fahrgäste nicht behindert oder gefährdet werden”, erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper die gesetzliche Regelung (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Im vorliegenden Fall hätte die Radlerin also entsprechend langsam und vorsichtig fahren müssen, während die Passagiere den Bus verließen. Das Gericht entschied, dass der Fahrgast lediglich ein Fünftel des eingeklagten Betrages zahlen muss, den Rest des Schadens trägt die Radfahrerin selbst.

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