Berichterstattung über Hochzeit in JVA rechtswidrig

Nürnberg (D-AH/ea) – Medien dürfen bei einer Berichterstattung über die Hochzeit eines verurteilten Rockers keine Bilder oder Videos der Braut und ihrem Sohn veröffentlichen. Das hat das Landgericht Düsseldorf entschieden (Az. 12 O 207/14).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, veröffentlichte ein Printmagazin ein Bild über die in der Justizvollzugsanstalt stattfindenden Hochzeit eines verurteilten Rockers. Auf dem Bild war die Ehefrau des Rockers unverpixelt zu sehen. In der Bildunterschrift war dann noch der Hinweis auf ein Video untergebracht, das auf der Internetseite des Magazins zu sehen war. Dort konnten Betrachter nicht nur die Ehefrau erkennen, sondern auch den Sohn dieser. Deswegen mahnte sie das Magazin ab und forderte gleichzeitig zur Abgabe einer Unterlassungserklärung auf. Beidem kamen die Antragsgegner nicht nach, da sie der Meinung waren, dass keine Rechtsverletzung zu erkennen wäre. Der Fall musste somit vor Gericht verhandelt werden.

Das Landgericht Düsseldorf entschied, dass die Berichterstattung mit Bild und Video rechtswidrig ist. „Die Ehefrau und deren Sohn sind keine Personen der Zeitgeschichte. Deswegen ist die Veröffentlichung ohne Einwilligung beider Betroffenen zu unterlassen”, erklärt Rechtsanwältin Astrid Bendiks (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Das öffentliche Informationsinteresse sei hier nicht höher zu werten als das Persönlichkeitsrecht. Das Gericht betonte, dass eine identifizierende Berichterstattung hier fehl am Platz ist.

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