Foto von Frau im Bikini muss aus dem Netz

Nürnberg (D-AH/fk) – Sind auf Bildern von Prominenten im Hintergrund andere Personen deutlich zu erkennen, können diese von Medien verlangen, das Bild zu löschen. So urteilte der Bundesgerichtshof (Az. VI ZR 245/1).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, veröffentlichte eine Tageszeitung ein Bild von einem Fußballspieler, der auf Mallorca Opfer eines Diebstahls geworden war. Auf dem Foto des Spielers war im Hintergrund ein Badestrand abgebildet, auf dem sich eine Frau im Bikini sonnte. Ihr Gesicht war darauf deutlich zu erkennen. Das ging der Dame zu weit, und sie zog vor Gericht. Die Zeitung sollte das Bild aus dem Netz nehmen sowie sie für die Persönlichkeitsrechtsverletzung zu entschädigen. Sie habe wegen des Fotos von mehreren Männern Geld für ein Treffen angeboten bekommen.

Doch der Bundesgerichtshof (BGH) bestätigte zwar das Unterlassungsurteil der Vorinstanz, sprach der Frau aber auch keine Entschädigung zu. Grundsätzlich dürften Bilder nur mit der Einwilligung der abgebildeten Person verbreitet werden. „Diese Einwilligungspflicht entfällt aber, wenn es sich um ein Bild handelt, das für die Öffentlichkeit interessant ist”, erklärt Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Sind auf einem solchen Bild unbeteiligte Personen in privaten Situationen zu erkennen, müsse stets das öffentlichen Interesse mit den Persönlichkeitsrechten der Person abgewogen werden, so der BGH. Dies sei hier aber nicht geschehen. Daher habe die Frau das Recht auf die Löschung des Bildes.

Eine Entschädigung stehe der Frau aber nicht zu. Die Kontaktanfragen der Männer rechtfertigen keine Geldentschädigung. Denn das Bild vermittle nicht den Eindruck, dass die Frau käuflich sei, urteilte der BGH.

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