Naturschützer darf Ordnungswidrigkeit nicht fotografieren

Nürnberg (D-AH/js) – Wer heimlich einen Spaziergänger fotografiert, verstößt gegen dessen Persönlichkeitsrechte. Selbst dann, wenn der Spaziergänger eine Ordnungswidrigkeit begeht. So entschied das Landgericht Bonn (Az. 5 S 47/14).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, fotografierte ein Mann regelmäßig heimlich Spaziergänger. Denn diese ließen ihre Hunde in einem Naturschutzgebiet frei herumlaufen, obwohl das verboten ist. Mit den Bildern ging der selbst ernannte Naturschützer dann zur Polizei, um die Hundebesitzer anzuzeigen.

Einer der betroffenen Spaziergänger erfuhr von diesen Fotos, als die Stadt ihn aufforderte, die Vorschriften im Naturschutzgebiet einzuhalten. Er reichte deshalb Klage ein und verlangte, dem Fotografen zu verbieten, weiter Bilder von Spaziergängern anzufertigen.

Das Landgericht Bonn stimmte dem Hundebesitzer zu. Der Hobbyfotograf dürfe eigenverantwortlich keine Bilder von Personen als Beweismittel anfertigen. Er habe die Persönlichkeitsrechte des Spaziergängers verletzt, indem er ihn ohne sein Wissen fotografiert habe. „Personen gegen deren Willen und Wissen zu fotografieren, ist höchstens dann erlaubt, wenn damit eigene Interessen vertreten werden”, erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) die gesetzliche Grundlage.

Die Naturschutzvorschriften durchzusetzen, sei aber Sache des Staates und nicht die einer Privatperson. Ob der Verstoß der Hundebesitzer mit Bildern bewiesen werden muss, sei die Entscheidung der Ordnungsbehörde. Der Naturschützer müsse die Kosten des Gerichtsverfahrens tragen und dürfe keine Fotos mehr von Spaziergängern machen, so das Gericht.

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