Trennungsunterhalt auch mit neuem Lebenspartner

Nürnberg (D-AH/fk) – Trennungsunterhalt kann erst dann wegen eines neuen Lebensgefährten ausgeschlossen werden, wenn sich die neue Beziehung verfestigt hat. Im Internet veröffentlichte Bilder mit dem neuen Partner begründen das noch nicht. Das beschloss das Amtsgericht Lemgo (Az. 8 F 43/15).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, zog eine Mutter zweier Kinder zu ihren Eltern, da ihr Mann eine Affäre hatte. Innerhalb eines Jahres zog sie zu ihrem neuen Lebensgefährten, und wollte von ihrem Noch-Ehemann Trennungsunterhalt. Doch dieser weigerte sich.

Sie habe nämlich bereits vor der räumlichen Trennung ihre Freizeit mit dem neuen Lebenspartner verbracht und ihn auch zu Familienfeiern mitgenommen. Weiterhin hätten im Internet veröffentlichte Bilder von ihr und ihrem neuen Partner ihn als Noch-Ehemann in der Öffentlichkeit lächerlich gemacht. Wegen dieses schwerwiegenden Fehlverhaltens entfalle ihr Anspruch auf Trennungsunterhalt.

Doch das Amtsgericht Lemgo sprach der Frau den Trennungsunterhalt zu. Es spiele hierbei keine Rolle, ob die Beziehung zu dem neuen Lebensgefährten bereits vor, oder erst nach der Trennung bestand. Eine neue Beziehung führe nicht so schnell zu einem Ausschluss des Trennungsunterhalts, so das Gericht. Denn dafür müsste sie verfestigt sein. „Eine verfestigte Lebensgemeinschaft ist in der Regel erst nach zwei bis drei Jahren anzunehmen”, weiß Rechtsanwalt Karl Heinz Lehmann  (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute).

Auch habe die Frau ihren Ehemann nicht lächerlich gemacht. Es sei heute allgemein üblich, private Bilder in sozialen Netzwerken zur Schau zu stellen. Dies sei zwar weder nötig noch geschmackvoll, aber auch kein schwerwiegendes Fehlverhalten gewesen, so das Gericht.

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