Untreuer Ex-Mann muss Kosten für Detektiv zahlen

Nürnberg (D-AH/js) – Wird ein Detektiv angeheuert, der einen ehelichen Treuebruch bestätigt, kann der betrogene Ehepartner die Ermittlungskosten im Unterhaltsverfahren geltend machen. So entschied das Oberlandesgericht Hamm (Az. 6 WF 83/14).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, verlangte ein Mann von seiner Ex-Frau nach der Scheidung Unterhalt. Die Frau weigerte sich jedoch, da er sie betrogen hatte und damit auch für die Trennung verantwortlich sei. Ein Privatdetektiv konnte diese Tatsache bestätigen, weswegen das Gericht dem Fremdgeher wegen Verstoß gegen die eheliche Treuepflicht den Unterhaltsanspruch aberkannte. Deswegen war er es auch, der die Prozesskosten zu tragen hatte. Die Betrogene verlangte aber außerdem von ihm, ihr die Kosten für den Detektiv in Höhe von 17.600 Euro, zu erstatten.

Völlig zu Recht, wie das Oberlandesgericht Hamm urteilte. „Kosten zur Vorbereitung eines konkreten Verfahrens werden den Prozesskosten zugerechnet und können erstattet werden”, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) die Entscheidung des Gerichtes. In diesem Fall durfte die betrogene Ehefrau davon ausgehen, dass die Ermittlungen des Detektivs im Verfahren ausschlaggebend für die Entscheidung sein würden. Deshalb ist die Forderung berechtigt.

Allerdings könnten dem Mann die Kosten nicht in voller Höhe angelastet werden. Der Detektiv hatte den untreuen Ehemann weiter observiert, als die Affäre schon bewiesen war. Die tatsächlich notwendigen Ermittlungen hätten sich auf nur 7.600 Euro belaufen.

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