Wunderheiler darf Tätigkeit weiter ausüben

Wunderheiler, die ihre Patienten mit unorthodoxen Methoden wie Pendeln, Handauflegen oder per Telefon behandeln, machen sich nicht strafbar, wenn sie keine wissenschaftlichen Belege vortäuschen oder Kunden nicht davor bewahren, den Arzt aufzusuchen. Das hat das Amtsgericht Gießen entschieden (Az. 507 Cs 402 Js 6823/11).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, behandelte ein sogenannter Wunderheiler 58 Patienten. Meistens erstellte er mithilfe einer Pendeldiagnose zunächst eine Gesundheitsanalyse der Organe. Danach nutzte er seine Hände und legte diese auf die erkrankten Stellen. Außerdem telefonierte er auch mit den Patienten, um somit Krankheiten aus der Ferne zu behandeln. Seine Behandlungen kosteten Patienten zwischen 60 und 1.000 Euro. Der Staatsanwaltschaft passte die Art der Heilmethoden nicht, da der Wunderheiler gegen das Heilpraktikergesetz verstoße. Er praktiziere schließlich ohne die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde. Der Fall wurde vor Gericht verhandelt.

Das Amtsgericht Gießen entschied zugunsten des Wunderheilers. Dort wurde festgestellt, dass der Beklagte keine wissenschaftlichen Belege vortäuschte und seine Patienten auch nicht davon abgehalten habe, einen Arzt aufzusuchen. Im Gegenteil, er ermutige sie sogar, zur Sicherheit zum Hausarzt zu gehen. „Der Wunderheiler täuschte niemanden mit seinen Behandlungsmethoden und behauptete auch nicht, zugelassener Heilpraktiker zu sein. Somit hat er sich auch nicht strafbar gemacht”, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Einige Patienten, die vor Gericht befragt wurden, erklärten vor Gericht, dass sie sich zu keinem Zeitpunkt betrogen gefühlt haben. Dies entlastete den Beklagten zusätzlich.

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