Drohungen über Facebook verstoßen gegen Kontaktverbot

Nürnberg (D-AH/js) – Bedroht ein Straftäter sein Opfer öffentlich auf Facebook, so kann das gegen ein Kontaktverbot verstoßen und seine Bewährung widerrufen werden. So entschied das Oberlandesgericht Hamm und schickte den Straftäter zurück ins Gefängnis (Az. 3 Ws 168/15).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, war ein Mann davon überzeugt, seine Frau würde ihn betrügen. Aus Eifersucht stach er sie mit einem 30 cm langen Messer mehrfach in Bauch und Rücken. Sie konnte rechtzeitig in die Notaufnahme gebracht werden und überlebte den Mordversuch. Der Täter wurde daraufhin zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren und neun Monaten verurteilt.

Wegen eines psychologischen Gutachtens wurde der Verurteilte vorzeitig entlassen und der Rest der Strafe zur Bewährung ausgesetzt. Eine Auflage dabei war, dass der Mann unter keinen Umständen Kontakt zu seiner Exfrau aufnehmen durfte. Trotzdem veröffentlichte er auf seiner Facebook-Seite Beleidigungen und Drohungen, die eindeutig gegen seine Exfrau und deren Familie gerichtet waren.

Das Oberlandesgericht Hamm entschied, das der Verurteilte wegen dieses Verhaltens wieder ins Gefängnis zurück muss. Er habe gewusst, dass seine Exfrau über Bekannte und Verwandte Zugang zu seiner Facebook-Seite hatte. „Mit den Einträgen hat er es also ganz eindeutig darauf angelegt, dass seine Exfrau diese lesen oder zumindest von diesen erfahren würde”, bekräftigt Rechtsanwältin Jetta Kasper (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) die Entscheidung des Gerichtes. Damit habe er mehrfach gegen das ihm auferlegte Kontaktverbot und damit eine Bewährungsauflage verstoßen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.