Kein Schadensersatz vom Arzt für Brustvergrößerung mit Bausilikon

Nürnberg (D-AH/js) – Verwendet ein Hersteller Industriesilikon für Brustimplantate, so kann der Arzt, der diese einsetzt, nicht dafür verantwortlich gemacht werden. So entschied das Landgericht Essen und wies die Klage einer Patientin zurück (Az. 1 O 212/13).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, ließ sich eine Frau die Brüste vergrößern. Etwa zwei Jahre später stellte sich heraus, dass der Hersteller der Implantate auch einfaches Bausilikon verwendete. Der Dame wurde daraufhin geraten, die Implantate austauschen zu lassen. Für diese zweite OP musste die Patientin noch mal 2.300 Euro drauflegen.

Schließlich verklagte die Frau das Krankenhaus. Sie habe nach dem ersten Eingriff sehr starke Schmerzen gehabt. Nachdem sie erfahren hatte, dass sie gesundheitsschädliches Material im Körper trug, habe sie außerdem psychisch sehr gelitten. Der Arzt hätte sie über die Bedenken aufklären müssen, die bereits vor ihrer Behandlung gegen den Hersteller bekannt, wenn auch nicht bewiesen waren. Sie forderte, ihr die Kosten für den Austausch der Implantate zu erstatten. Außerdem verlangte sie Schmerzensgeld in Höhe von mindestens 10.000 Euro.

Das Landgericht Essen wies die Klage der Patientin jedoch zurück. Dem behandelnden Arzt könne weder ein Behandlungs- noch ein Aufklärungsfehler vorgeworfen werden. „Er durfte sich auf das vorhandene Prüfsiegel und damit auf die Qualität der Implantate verlassen”, erklärt Rechtsanwalt Andreas Fischer (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute) den Richterspruch. Zum Zeitpunkt der Brustvergrößerung der Patientin habe es auch noch keine offiziellen Zweifel an der Qualität der Silikonkissen gegeben. Selbst wenn das Krankenhaus gerüchteweise davon gehört hätte, bestand kein Anlass, die Patientin darüber zu informieren.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.