Magen-Darm-Krankheit kann Reisemangel sein

Nürnberg (D-AH/fk) – Wer sich im Urlaub mit einer Margen-Darm-Krankheit ansteckt, weil das Hotel nicht vor den unhygienischen Zustände vor Ort gewarnt hat, der kann die ungenutzten Urlaubstage erstattet und ein Schmerzensgeld bekommen. So urteilte das Landgericht Köln (Az. 2 O 56/15).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, buchte eine Familie einen Badeurlaub in einem Fünf-Sterne-Hotel in der Türkei. Das Hotel verfügt über einen eigenen, bewachten Sandstrand. Die örtliche Kläranlage hatte allerdings einen Defekt, und so wurde ungeklärtes Abwasser unweit des Strandes ins Meer geleitet. Viele Hotelgäste – darunter auch die vierköpfige Familie – fingen sich daraufhin beim Baden eine Magen-Darm-Infektion ein. Für die Familie waren die restlichen Urlaubstage wegen der Erkrankung vollkommen wertlos. Sie wollte vom Veranstalter daraufhin die restlichen, unnützen Tage erstattet bekommen und verlangte Schmerzensgeld.

Der Veranstalter allerdings sah die Sache anders. Er könne nichts für die defekte Kläranlage und sei daher auch nicht in der Pflicht, dadurch entstandene Schäden zu bezahlen.

Doch das Landgericht Köln gab der Familie recht. Die Familie konnte ihren Urlaub nicht wie vertraglich vereinbart genießen. Für einen Reisemangel sei es zudem unerheblich, ob der Veranstalter für die defekte Kläranlage verantwortlich ist.  Der Veranstalter müsse daher die nicht angetretenen Urlaubstage erstatten, so das Gericht.

Auch ein Schmerzensgeld sprach das Gericht der Familie zu. Das Hotel habe erst viel zu spät eine Warnung für den Badestrand herausgegeben. In der Region war bereits länger bekannt, dass die Kläranlage defekt ist und auch die örtliche Bevölkerung litt unter dem ungeklärten Wasser. „Das hätte der Veranstalter hier wissen und die Familie schon vorher in einem anderen Hotel unterbringen müssen”, erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper  (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute). Somit stehe jedem Familienmitglied ein Schmerzensgeld von 500 Euro zu, urteilte das Gericht.

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