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Sturz auf Treppe zum Pool ist kein Reisemangel

Nürnberg (D-AH/mc) – Wer auf der nassen Treppe im Poolbereich eines Hotels ausrutscht, kann beim Veranstalter keine Reisepreisminderung aufgrund eines Reisemangels geltend machen. Ebenso wenig hat dieser Schadenersatz oder Schmerzensgeld zu leisten. Das hat das Oberlandesgericht Frankfurt am Main entschieden und wies die Klage eines verletzten Urlaubers ab.

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, rutschte ein Hotelgast auf der nassen Treppe im Poolbereich aus, brach sich dabei das Steißbein und zog sich mehrere Prellungen am Arm und der Schulter zu. Daher konnte er nur noch seitlich liegen und musste Schmerzmittel einnehmen, bis er den Urlaub vorzeitig abbrechen konnte.

Der Verletzte meinte, dass der Reiseveranstalter für seine entgangenen Urlaubsfreuden verantwortlich war. Er sah auf der Treppe zwar die Reinigungsfrau, die hätte jedoch wegen gewischter Treppe ein Warnschild aufstellen müssen. Der Veranstalter hätte den Nassbereich besser überprüfen und sichern müssen. Daher verklagte der verletzte Urlauber ihn auf eine Minderung des Reisepreises um 85 Prozent, auf 12.000 Euro Schmerzensgeld sowie auf 25.000 Euro Schadenersatz aus einem verletzungsbedingt entgangenen Auftrag.

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main aber wies die Klage ab. Im Poolbereich hat man schlicht mit einer nassen Treppe zu rechnen – auch damit, dass sie gereinigt wird und deswegen nass sein kann. „Der Unfall ist daher nicht auf einen Reisemangel zurückzuführen, sondern dem allgemeinen Lebensrisiko zuzuschreiben, das der Reiseveranstalter nicht verantwortet”, erklärt Rechtsanwältin Jetta Kasper das Urteil.

Ein fehlendes Warnschild sei auch nicht ursächlich für den Unfall gewesen, meint das Gericht. Denn wie der Kläger selbst schon ausführte, bemerkte er ja die Reinigungskraft und wusste daher von einer gewischten Treppe.