Trotz Krankmeldung abends als DJ unterwegs

Nürnberg (D-AH/mc) – Wer sich wegen psychischer Probleme krankschreiben lässt, aber abends als DJ arbeitet, kann zu Recht fristlos gekündigt werden. So das Urteil des Arbeitsgerichts Köln, das die Kündigungsschutzklage abwies (Az. 2 Ca 4192/13).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline (www.deutsche-anwaltshotline.de) berichtet, legte ein Arbeitnehmer nebenberuflich als Discjockey abends auf einer Feier auf und konsumierte dabei auch Alkohol. Er war aber krankgeschrieben, da er unter gesundheitlichen Folgen infolge von Mobbing gelitten haben soll. Als der Arbeitgeber von der Nebentätigkeit während der krankheitsbedingten Abwesenheit erfuhr, kündigte er dem Mitarbeiter fristlos. Er habe entweder die Krankheit vorgetäuscht oder eine genesungswidrige Nebentätigkeit ausgeübt. Beides würde den fristlosen Rausschmiss rechtfertigen.

Der Gekündigte aber wehrte sich mit einer Kündigungsschutzklage. Es soll sich um eine rein private Geburtstagsfeier gehandelt haben. Außerdem war er ja nicht wegen körperlicher Beschwerden krankgeschrieben und daher auch nicht etwa ans Bett gefesselt.

„Wer krankgeschrieben ist, hat sich so zu verhalten, dass er bald wieder gesund wird. Der Arbeitnehmer hat also alles zu unterlassen, was seiner Genesung entgegensteht”, erklärt Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Thorsten Modla die Rechtslage (telefonische Rechtsberatung unter 0900/1875000-0 für 1,99 Euro pro Minute).

Nach Ansicht des Gerichts sind aber Nachtarbeit und Alkoholkonsum nicht mit der attestierten Krankheit in Einklang zu bringen, daher hatte die Klage keinen Erfolg. Zum einen konnte der Gekündigte keinerlei Umstände schildern, die ein Mobbing am Arbeitsplatz auch nur ansatzweise belegen. Zum anderen war die besagte Feier nicht rein privat, wie von ihm behauptet. Dagegen sprechen der Getränkeverkauf und das öffentliche Publikum.

Selbst wenn das Gericht zugunsten des Klägers unterstellen würde, die Krankheit nicht bewusst vorgetäuscht zu haben, handele es sich noch immer um eine genesungswidrige Nebentätigkeit. Der Arbeitgeber tat daher recht daran, diese nicht zu dulden und ihm fristlos zu kündigen

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